Arbeitsplatz
Dicke Luft am Arbeitsplatz Vor allem das Rauchen am Arbeitsplatz macht Nichtrauchern zu schaffen, denn hier bleibt ihnen noch nicht einmal die Alternative, einfach nicht hinzugehen. Die bestehende Regelung erlaubt es jedem Nichtraucher, individuell einen rauchfreien Arbeitsplatz zu einzuklagen. Aber wer tut das schon? Schließlich stellt man sich damit gegen viele Kollegen und riskiert, sich ziemlich unbeliebt zu machen. In Ämtern und Behörden ist das Rauchen mittlerweile tatsächlich verboten. Viele Unternehmen haben extra Raucherräume eingerichtet, aber das hängt ganz von der Initiative der einzelnen Firmen ab. Wenn es solche Räume nicht gibt, wird weiter am Schreibtisch geraucht. Es sei denn, die Raucher nehmen Rücksicht. Das allerdings macht sich dann in Kaffeeküchen und Toiletten bemerkbar.

Wem am Arbeitsplatz das Rauchen verboten wird, so eine neue amerikanische Studie, der hat eine grössere Chance, mit dem Tabakkonsum aufzuhören oder ihn wenigstens zu reduzieren als Personen, die unter grosszügigen Rauchreglementen arbeiten. Doch nur ein totales Rauchverbot im Betrieb, welches auch die Pausenräume einschliesst, bringt dieses Ergebnis. Die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) in Lausanne hält derartige Rauchverbote im Sinne eines „konstruktiven Zwanges“ als Ausstiegshilfe für Raucher und Raucherinnen als durchaus vertretbar. Wenn von einem Rauchverbot am Arbeitsplatz die Rede ist, verbindet man meist den Schutz der Nichtrauchenden oder Sicherheitsgründe mit derartig „radikalen“ Massnahmen. In der Tat ist keinem Nichtrauchenden angesichts der Gefahren des Passivrauchens zuzumuten, in einem verqualmten Raum zu arbeiten.

Amerikanische Gesundheitsforscher haben nun ein zusätzliches Argument gefunden, den Tabak aus der Arbeitswelt zu verbannen: Wer sich gezwungen sieht, seine Glimmstengel vollkommen vor der Werks- oder Bürotür zu lassen, dem fällt es leichter, mit dem Rauchen aufzuhören oder seinen Tabakkonsum zu reduzieren. Freiheitsbeschränkung oder konstruktiver Zwang? Die Studie der University of California mit über 48000 befragten Rauchenden untersuchte den Einfluss von Rauchverboten zu Hause und am Arbeitsplatz auf das Rauchverhalten.
Über die einjährige Untersuchungsperiode zeigte sich, dass Rauchverbote in beiden Lebensbereichen deutlich bei der Entscheidung halfen, mit dem Rauchen aufhören zu wollen. Personen, die konkret mit Rauchverboten am Arbeitsplatz konfrontiert wurden, liessen tatsächlich häufiger völlig vom Tabak ab. Selbst diejenigen, die weiter rauchten, taten dies weniger häufig. Zudem fanden die Forscher, dass nur Totalverbote des Rauchens, die über den direkten Arbeitsplatz hinaus auch die Kantine etc. zur rauchfreien Zone erklärten, dabei halfen aufzuhören oder zu reduzieren. Wer seinen Nikotinspiegel in vielen kleinen Arbeitspausen aufrecht erhalten kann, wird seine Tabakabhängigkeit nicht los. Nur ein radikaler Bruch, der aus einem „konstruktiven Zwang“ nicht zu rauchen resultiert, bringt wirklich ein rauchfreies Leben.