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Der
Tabak |
Die
Tabakpflanze ist im amerikanischen Virginia beheimatet und wurde mit der Kolonialisierung
auch in Mittel- und Südamerika (besonders Kuba und Brasilien), Europa (vor allem
Bulgarien, Griechenland und Italien), Afrika, Asien (Türkei, Iran, China) kultiviert.
Der in der Pflanze enthaltene Wirkstoff Nikotin, der nach seinem Entdecker Jean
de Nicot benannt wurde, entsteht während der Wachstumsphase der Pflanze. Geerntet
wird die ganze Tabakstaude oder nur die Blätter, denn aus der Pflanze werden sowohl
das Blatt als auch der Samen verwendet. Der Samen besteht zu 25 - 35% aus fettem
trockenem Öl. Dieses wird aus dem Samen extrahiert und als "Tabaksamenöl" in den
Handel gebracht, wo es vor allem als Speiseöl (wenn die Bitterstoffe entfernt
wurden), aber auch als Brennöl oder in der Seifenproduktion Verwendung findet.
Die Blätter werden nach der Ernte getrocknet bis sie gelb sind. Anschließend werden
sie über mehrere Monate gelagert, dabei jedoch von Zeit zu Zeit mit Tabaklauge
angefeuchtet. So fermentieren sie und bekommen den typischen würzigen Geruch.
In den Handel kommt das Blatt als "Folia nicotianae" oder "Tabakblatt".
Anders als der Samen enthält das Blatt das Alkaloid Nikotin. Der Gehalt ist abhängig von der Sorte, dem Standort, den klimatischen Bedingungen und anderen Faktoren, schwankt im allgemeinen zwischen 0,6% bis 9%. Es gibt im Blatt diverse Nebenalkaloide: Nicotimin, Nicotein,... Die Alkaloide kommen teils frei und teils gebunden an verschiedenen Säuren (Malonsäure, Harzsäure) vor. In der Pflanze auch enthalten sind Rutin, Betain, Asparagin, Isoamylin, Nicotiamin und andere Aminosäuren, Gerbstoffe, Harze und Enzyme.
Tabakblätter finden Anwendung in der Homöopathie, bei Epilepsie, Seekrankheit, Neuralgien und in China als Antiwurmmittel. In der Veterinärmedizin greift man bei Reude darauf zurück. Besondere Bedeutung hat das Tabakblatt in der Zigarren- und Zigarettenindustrie, jedoch wird der Wirkstoff Nikotin auch als Grundstoff von Pflanzenschutzmitteln verwendet und ist dabei sehr giftig.
Der größte Teil des internationalen Tabakanbaus und -handels sind in der Hand von nur sieben Konzernen: Britsh American Tobacco (B.A.T.), Reynolds Industrie (RJ), Philip Morris, Rembrandt, Reemtsma, American Brands, Imperial Tobacco Company und Gulf and Western. Die ersten fünf teilen sich 90% des deutschen Marktes. Der Anbau des Tabaks wird hauptsächlich (zu zwei Dritteln) in armen Ländern vorgenommen, wo, wie für Kakao, Tee, Kaffee..., riesige Monokulturen nicht nur den Boden auslaugen, sondern auch Platz für den Anbau von Agrarprodukten für die eigene Bevölkerung verhindern.